HumGoeDar: Die Zusammenarbeit der Humboldts mit Goethe führten zu den Werken „Kosmos“, „Faust“, „Osterspaziergang“ etc. und „Die Entstehung der Arten“ von Darwin. Ohne „Kosmos“ von Alexander hätte es vielleicht nie diesen wissenschaftlichen Nachweis der Abstammung aller Arten gegeben. So soll es Charles zumindest selber gesagt haben. Wie konnte Charles das Werk von Alexander lesen? Es gab ja keine Übersetzung. Tja, bevor Nationalismen bei uns Europäern eine Rolle spielten, war Deutsch eine der führenden Wissenschaftssprachen im europäischen Einflussgebiet. Dank der mörderischen Kolonialisierung der Erde unter dem Kreuz, war das kein kleines Gebiet. Was für eine Ironie: Ausgerechnet der Nationalismus war der Auslöser für den Bedeutungserlust der deutschen Sprache als Wissenschaftssprache.
Charles‘ Evolutionsdefinitionen lassen sich kurz zusammenfassen:
Die sexuelle Evolution durch natürliche Selektion meint die intrinsische Motivation, die nachfolgende Generation derart mit natürlichen Vorteilen auszustatten, dass sie im immerwährenden Kampf der Arten und unter dem Einfluss sich ständig ändernder Umweltbedingungen überleben kann. Nach dieser Evolution leben alle Arten.
Die kulturelle Evolution durch natürliche Selektion meint die Bildung, also die Wissensaneignung, damit die sexuelle Evolution bei uns Menschen erfolgreich wirken kann.
Ja, es sind zwei. Unsere natürliche Intelligenz, Dinge zu hinterfragen und aus den Antworten unsere Lebensweisen abzuleiten, macht es notwendig, dass wir neben der sexuellen Evolution zwingend noch der kulturellen Evolution unbegrenzte Entfaltungsmöglichkeiten einräumen. Alleine das zeigt uns schon die Grenzen und die Gefahren der Institutionalisierung und Instrumentalisierung von Glauben auf.
Und nein, dieser Rassenquatsch „Survival of the fittest“ ist nicht von Charles, sondern von Herbert Spencer. Und im wunderbaren Buch „Was hat die Mücke je für uns getan“ von Frauke Fischer und Hilke Oberhansberg ist noch einmal für ganz besondere Nationalismusvertreter unserer Art die WISSENSCHAFTLICHE Erkenntnis dargestellt, dass eine Rasse eine andere Bezeichnung für Unterarten ist, die bei Nutztieren angewendet wird, also bei vom Menschen domestizierter, aus der natürlichen Entwicklung herausgerissener, Tiere. Übrigens findet sich im gleichen Buch ein weiterer Hinweis für das menschgemachte Artensterben, welches in letzter Konsequenz zum baldigen Aussterben unserer Art führen wird: Nur 4% der heute lebenden Säugetiere sind Wildtiere!
Artgenossen von uns Menschen, die diese beiden Evolutionen nicht intrinsisch motiviert leben, halten sich bitte aus der Fortpflanzung unserer Art heraus. Nur so kann unsere Art überleben und sich weiterentwickeln.
Wie gerade hergeleitet, ist die Bildung die Überlebensgarantie unserer Art. Da sich in der Natur sekündlich alles ändert, hört dieser Prozess nie auf. Und in der Schule legen wir die Grundlagen dafür. Der Spezialist dafür war Wilhelm von Humboldt. Er war der gedankliche Vorreiter unseres Schulwesens. Als Chef der Sektion Kultus und Unterricht im Ministerium des Inneren fasste er die Wichtigkeit eines unsere Art erhaltenen Schulwesens wie folgt zusammen (aus dem Buch „Wilhelm von Humboldt – Ein Leben als Werk“ von Michael Maurer):
„Das ganze Erziehungswesen sollte als ein einheitliches Ganzes aufgefasst werden, von der Elementarschule über das Gymnasium bis zur Universität. Das relative Eigenleben, welches verschiedene Schulformen zuvor geführt hatten, wurde aufgehoben; ein einheitlicher Bildungsgang sollte in allen Landesteilen Preußens möglich sein. Vor allem aber wurde die Schule durchgehend in staatlicher Hand organisiert: Winkelschulen sollten aufhören; die in älterer Zeit in hohem Maße private Form des Unterrichts (wie sie Humboldt selber noch genossen hatte) galt nun als unzeitgemäß. Der Gedanke der Nation durchdrang alles. Und der Staat sollte die Organisationsform der Nation sein. Das bedeutete die Zurückdrängung der Kirchen im Erziehungswesen und die Abschaffung der Standeschulen, beispielsweise der Ritterakademien für die Adeligen. Es hieß aber auch Opposition gegen die Bürgerschulen, die oft die Richtung von Realschulen genommen hatten. Die Idee der allgemeinen Bildung wurde von Humboldt umfassend vertreten. Daß sie philosophisch fundiert war, konnte er jederzeit darlegen.
Eine Grundidee der Aufklärungspädagogik war es gewesen, der Kindheit, einer Durchgangsphase im Leben eines jeden Menschen, eine eigene Bedeutung und Würde zuzusprechen. Der große Protagonist dieser Idee war Rousseau, und Humboldt war und blieb ein Anhänger Rousseaus. Zu dieser Vorstellung einer eigenständigen Kindheit (und Jugend) gehörte insbesondere auch die Trennung von Arbeit und Bildung: Kinderarbeit sollte vermieden werden, ein zu frühzeitiges Einbeziehen von Jugendlichen in den Arbeitsprozess hielt man für schädlich. Während Bauern und Bürger meist umgekehrt dachten, daß nämlich eine Heranführung an das Leben am besten durch Arbeit erfolge und Bildung im wesentlichen Vorbereitung auf dieses Arbeitsleben sein solle, vertrat der adelige Humanist Humboldt (in Gemeinschaft mit anderen führenden Pädagogen seiner Zeit) ein umfassenderes Menschenbild, das nicht auf Arbeit gegründet war. Folglich musste man die Kindheit (und eine möglichst ausgedehnte Jugendzeit) von Arbeit und Sorge um Bedürfnisbefriedigung abkoppeln und die zu bildenden Menschen möglichst freistellen. Humboldt war der Überzeugung, daß ein ganzer, glücklicher, harmonisch sich entfaltender Mensch Jahrzehnte einer wirklichen Freiheit benötige und daß ihm alles andere, jeder Zwang zum Nahrungserwerb, jeder direkte Bezug auf Geschäfte und Beruf Schaden zufüge. Aber nicht nur dem einzelnen: Auch die Allgemeinheit müsse vor solchen Fachmenschen bewahrt werden, nur frei gebildete, allseitig entwickelte Individuen seien für Gesellschaft und Staat wirklich nützlich.“
Wie sieht es damit heute aus? Ein vielschichtiges und auf den Arbeitsmarkt abgerichtetes Kasten- und Ständeschulwesen, verbunden mit einem religiösen Bekenntnis spaltet die gesamte Menschgemeinschaft und verhindert somit das Überleben unserer Art. Statt Menschbildung findet eine Modellierung statt.
Das Ergebnis:
Nicht nur in Deutschland gibt es heute immer mehr minderjährige Rekruten. Hier in der Kernzone des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation weist das Vorzeigebundesland Bayern die meisten davon auf. Besteht da eine Korrelation zum instrumentalisierten Glauben? „Beim Militär bist Du sicher! Wenn Du da lernst und/oder studierst, bekommst Du garantiert einen Job und von Anfang an Geld.“ So sagen es Eltern zu ihren Kindern. Im Anbetracht der Schäden durch Militär und Krieg, wäre es förderlich für uns alle gewesen, diese Eltern hätten sich besser gebildet oder keinen Nachwuchs bekommen.
Denn Leute, wenn die Dich beim Militär anschreien „schieß“, dann hast Du zu schießen! Auf Menschen! Tust Du es nicht, wird auf Dich geschossen! Ist das noch mit Bildung zu korrigieren oder müssen bereits medizinische Eingriffe her? Wie kann es Eltern geben, die ihren Kindern solche Hinweise geben? Aber wie kann es auch Schulen geben, aus denen Militärdienstwillige erwachsen?
Militär! Fernab jeder natürlichen Kraft, (verdammte Axt, es muss ja immer irgendwas Übernatürliches sein), und entgegen der für den Menschen notwendigen Evolutionen durch natürliche Selektion, können militärisch geführte Auseinandersetzungen keinen Sieger haben. Und wenn wir heute am Rand des menschgemachten Aussterbens unserer Art stehen und unsere Begleiter der letzten paar Tausend Jahre Kriege waren, sollte sich doch endlich mal die Erkenntnis Bahn brechen, dass Militär und Kriege eben der GAB sind, der Größte Anzunehmende Bildungsbedarf! Kriege kennen keine Sieger! Wir verlieren alle durch Kriege! Und Kriege gibt es nur, weil es Artgenossen von uns gibt, die sich mangels Bildung daran beteiligen.
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