20240423: Bildung durch hinterfragendes Reisen

Dank der beiden Herren Alexander von Humboldt und Charles Darwin verweilten wir Menschen nicht länger in dem Irrglauben, dass es irgendeine Schöpfungskrone gibt und, dass ausgerechnet wir das sein sollen. Heute wissen wir, dass wir mit unserem Verweilen auf der Brücke des Glaubens, zwischen den Bergen der Ratlosigkeit und des Wissens, genau das Gegenteil sind. Wir domestizieren alle Arten der Erde. Wie konnten uns die beiden diese Erkenntnisse zur Verfügung stellen? Durch bewusstes Reisen. Alexander bereiste Europa, Amerika und Asien, Charles segelte einmal herum. Die Ergebnisse sind faszinierend: Alexander hinterließ und eine physische Beschreibung unserer aller Heimat, der Erde, und Charles konnte wissenschaftlich nachweisen, dass alle Arten den gleichen Ursprung haben und sich daraus über Milliarden Jahre eine unvorstellbare Artenvielfalt ergab, denen wir Menschen nun seit ca. 100 Jahren die erfolgreiche Weiterentwicklung verweigern, und uns damit unserer eigene Lebensgrundlage berauben. Warum, wissen wir ja. Warum wir daran gläubig festhalten, wissen wir auch. Kurz zusammengefasst:

Wir verehren, in Traditionen physisch und geistig gefangen gehalten, Religionen, Adelige, Kulturkreise und Nationalitäten. Das Hinterfragen wird in Schulen nicht gelehrt, dafür umso intensiver das Glauben. Da haben sich Heranwachsende zu bekennen.

Und weil das Hinterfragen nicht mehr gelehrt wird, und die minütliche, digitale und traditionelle Datenflut gar keinen Raum mehr dazu lässt, verharren wir auf der Brücke des Glaubens und erreichen den Berg des Wissens nicht. Die von uns, die uns darauf aufmerksam machen und uns aus der gläubigen Bequemlichkeit herausholen wollen, sind die Verschwörungstheoretiker, die seit Jahrhunderten in regelmäßigen Abständen ihre Erkenntnisse und Gedanken widerrufen müssen. Aber von Meinungsfreiheit in der Demokratie der freien, westlichen Welt schwadronieren. Hallo Julia!

Hinterfragendes Reisen hätte uns schon vor Jahrzehnten die Augen geöffnet, beispielsweise niemals Moore trocken zu legen, aus ihnen Brennmaterial zu gewinnen und letztlich der Immobilien- und Finanzwirtschaft zuzuführen. Moore speichern die meisten Kohlenstoffmengen und sichern uns damit unser Überleben. Voraussetzung dafür ist eine feuchte, stark verdichtete Lagerung von Kohlenstoffträgern, wie z.B. Pflanzenresten, die durch die Photosynthese sehr viel Kohlenstoff gebunden haben. Die Moore. Legen wir diese trocken und versiegeln diese mit Immobilien und legen im schlimmsten Fall noch Gärten an, entweicht der gespeicherte Kohlenstoff, verbindet sich mit Sauerstoff und lässt Unmengen von Kohlendioxid entstehen. Die Wirkung auf die Atmosphäre ist bekannt. Sie wird zerstört. Unser aller Todesurteil. Wieviel Kohlenstoff entweicht, kann sich ein jeder herleiten, wenn er sich den Entstehungszeitraum der heutigen Moore anschaut: Nach der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren!

Heute knattern beim ersten Sonnenstrahl des Frühjahrs in den Gärten die Rasenmäher und surren die Mähroboter. Wider besseres Wissen, dass die sprießenden Grünflächen die Grundlage unseres Überlebens sind. Da werden Pflanzen wie Löwenzahn und Gänseblümchen als Unkraut bezeichnet und aus der schönen einheitlich grünen Rasenfläche samt Wurzel herausgerissen. Da werden Pflanzen in Gärten kultiviert, die mit der natürlichen angepassten Natur nichts gemein haben und somit nichts zu den natürlichen Reproduktionsprozessen beitragen können. Wenn wir überleben wollen, müssen alle Moore dieser Erde wieder der Natur überlassen und befeuchtet werden. Schnellstmöglich! Wenn wir überleben wollen, müssen wir die Natur als unsere Gärten sehen.

Jedes kulturelle Aufräumen bedeutet Vernichtung aller Arten, auch unserer eigenen Art.

Wer es erlebte, kann Goethes Aussage bestätigen: „Der Wissende bedarf keiner Beruhigung.“ Seit ich mich mit der Entstehung der Arten beschäftige, kann ich auch wieder Nachrichten hören und dabei ruhig bleiben. Ich kann Diskussionen führen und Emotionales von Sachlichem trennen. Seitdem kann mich niemand mehr beleidigen. Ich erkenne alle Worte des Gesprächspartners als seine Meinung an und filtere für mich Wissenswertes heraus. Und weil auf der Welt alles im Zusammenhang steht, sollten wir reisen und uns vor Ort mit dort Einheimischen austauschen, statt in Hotelanlagen Dividenden erwirtschaftender und von Steuergeldern subventionierten Reisekonzernen und/oder ausländischer Investoren gehörenden Ferienwohnungen/-häusern zu trinken, zu essen und zu schlafen. Dieses Verhalten beruhigt nicht nachhaltig. Derartiges Reisen wirft nach der Rückkehr die gleichen Fragen auf, wie zuvor und macht mich gleich wieder unruhig. Daran erkennen wir, die Notwendigkeit des hinterfragenden Reisens.

Hinterfragendes Reisen in Deutschland etwa mit dem Auto:
Warum gibt es so viele Staus auf den Autobahnen? Alleine in Deutschland gibt es 49 Millionen PKW. Über 50% davon sind nicht bezahlt, sondern finanziert. Die Auswirkungen jeder Finanzierung auf Militär, Kriege und weltweiter Armut hatten wir schon in einem vorangegangenen Beitrag. Warum brauchen wir Autos? Um von zu Hause zur Arbeit zu gelangen, weil wir unbedingt ein Haus finanzieren mussten, weil der Wohnraum in der Nähe des ÖPNV zu teuer ist, weil Investoren und Immobilienmakler die Preise dafür immer höher treiben, damit diese immer deutlich über dem Kontostand der Wohnungssuchenden liegen, damit immer wieder Kredite aufgenommen werden müssen, damit alles so strukturiert bleibt wie es ist, damit immer wieder Vermögenswerte zur Anschaffung von Kriegsmaterial und der Kriegsführung zur Verfügung stehen.

Auf welche Sehenswürdigkeiten werden wir an deutschen Autobahnen und Straßen am meisten aufmerksam gemacht? Kirchen, Schlösser und Burgen. Und wir besuchen Mittelalterfeste so gerne. Weil es im Mittelalter so liberal zuging? Oder hinterfragen wir die 50.000 verbrannten Hexen im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation? Hinterfragen wir die Unterdrückung der Frauen in Familie, Kirche und Reich? Hinterfragen wir die Gründe aller Kriege, vor allem der Kreuzzüge, bis zu dem Punkt, an dem wir feststellen können, wie sie hätten verhindert werden können? Es gibt keine andere Art, die sich mit unnatürlichen Kräften massenhaft abschlachtet und sich somit die bestmögliche Entwicklung selber vorenthält. Vielleicht wären wir Menschen ohne Waffen heute schon drei Meter hoch und könnten Wolf und Bär am ausgetreckten Arm von uns fernhalten, statt über deren Ausrottung nachzudenken, um die Bewirtschaftung unserer Umwelt abzusichern.

Hinterfragendes Reisen mit der Bahn durch Europa:
Ortschaften haben sich hinter Mauern verbarrikadiert. Wir nennen diese Mauern Schallschutzwände. Damit die Immobilienwerte steigen, egal, was zuerst da war, die Bahn oder das Haus. Aufgrund steigender Immobilienwerte müssen immer mehr, gerade noch günstigere, Flächen versiegelt werden. Und überall Felder. Überall Landwirtschaft, die den Boden und damit über die Verdunstung den gesamten Wasserkreislauf der Erde mit Dünger und Fäkalien vergiftet. Warum pflanzen wir hier keine Bäume, dafür aber in Brasilien, obwohl hierzulande mit 31% gegenüber 59% in Brasilien der Baumbestand deutlich geringer ist?

Hinterfragendes Reisen mit dem Flugzeug in alle Welt:
Warum gibt es Armut und seit wann? Konnten die sich noch nie selber ernähren und menschenwürdig leben und wohnen? Hat das was mit der Kolonialisierung, egal von wem begangen, zu tun? Führt nicht jede Form eines Krieges zur Kolonialisierung des „befreiten“ Gebietes und somit zum Eigentumsrecht des Eroberers? Konnten sich bis zur Kolonialisierung nicht alle Menschen weltweit selber ernähren? Wurde dies nicht erst durch Einführung von Eigentum und Zahlungsmitteln abgeschafft? Ist das Eigentum allen Unrechts Ursache? Warum erhalten Menschen für den gleichen Anteil an ihrer Lebenszeit weniger Lohn und Gehalt? Warum sind sie also weniger Wert als andere, die nachweislich auf Kosten der Geringverdiener leben? Seit wann gibt es Staatsgrenzen und Nationalitäten in Afrika, Asien und Amerika? Was ging der Entstehung von Nationen immer voraus? Was sind daran Fortschritt und Demokratie? Was verstehen wir unter einer Demokratie, also der Kraft des Volkes, wenn auf der Welt alles, wirklich alles im Zusammenhang steht? Welche Nation kann ich da wissenschaftlich als gesondert betrachten? Keine! Welche Kräfte halten uns aber in Nationalem Denken gefangen und lassen damit zu, dass wir uns alle selber ausrotten? Wer lässt keine Kritik an sich zu? Wer hält an Traditionen fest und lässt uns somit nie zum Berg des Wissens vordringen, um Grenzen, Nationalismen und Eigentum, die Gründe unseres unnatürlichen Aussterbens, abzuschaffen?

Nehmen wir das Beispiel Kuba: Eine einst kolonialisierte Hotelinsel befreit sich aus der Versklavung und kann sich aufgrund der kolonialistisch eingeführten Monokultur und der Wirtschaftssanktionen nicht entsprechend frei entwickeln. Dies und die Vermeidung erneuter Versklavung lasen die Funktionäre eine rigide Gesellschaftsform betrieben, die in ihren Auswirkungen, für die Rückeroberung der Hotelanlagen durch die Exilkubaner blind macht. Wir erkennen in der Rück-Umgestaltung zur Hotelinsel die Befreiung der Kubaner.

Das hinterfragende, weltweite Reisen ist überlebensnotwendig für uns. Reise ich beispielsweise in die USA und besuche das „Veterans‘ War Memorial Building“ in San Francisco, wo am 26. Juni 1945 die Vereinten Nationen mit dem Hauptziel der Friedenssicherung gegründet wurden, hinterfrage ich, warum es heute doch Kriege gibt? Dann hinterfrage ich die Strukturen der UN und stoße auf die Vetomächte des UN-Sicherheitsrates: Russland, England, Frankreich, USA und China. Und wundere mich über gar nichts mehr. Es kehrt Ruhe ein, da ich die Lösung der Probleme erkenne. Nimmt keiner von uns Kredite auf, fällt das alles in sich zusammen.

Würden wir hinterfragend Reisen, wüssten wir um die Art und Weise der Kolonialisierung aller Länder und der damit einhergehenden Monokultivierung und das Vermeiden der bis dahin für alle Menschen frei zugänglichen Wohnraums und Essen. Und würden heute erkennen, warum wir die Statthalter dort bezahlen, damit es so bleibt wie es ist. Denn dort gibt es die Bodenschätze, Rohstoffe und billigen Arbeitskräfte. Würden alle Menschen weltweit gemäß der UN-Menschenrechte den gleichen Stundenlohn erhalten, gäbe es keine Globalisierung, keine Kriege und der Earth Overshoot Day würde irgendwann im Oktober/November, vielleicht sogar im Dezember liegen. Aber nicht im Juli. Der Deutsche Earth Overshoot Day liegt im Mai. Würden wir hinterfragend Reisen, würden wir auch nicht Parteien wählen, die diese Aufteilung der Welt, in der Regel militärisch, restaurieren, oder, wie vor hundert Jahren, versuchen, der Monarchie entrissene Oligarchien wieder zurück zu erobern und jeder Wissenschaft wiedersprechend kruden Rassentheorien folgen. Das hinterfragende, wissensdurstige Reisen bildet und erfüllt somit die kulturelle Evolution durch natürliche Selektion. Es lässt uns Nationen, Grenzen und Eigentum als Ursache für Kriege erkennen sowie die Antworten auf die Fragen nach dem warum für Armut, Kriege und Earth Overshoot Day beantworten. Darüber erkennen wir in der auf Vermögen basierenden Kreditwirtschaft den Treiber für unser aller Aussterben. Wir können also ganz einfach alle Kriege, das Artensterben und unser selbstverschuldetes Aussterben verhindern, in dem wir keine Kredite mehr aufnehmen. Damit fördert hinterfragendes Reisen die sexuelle Evolution durch natürliche Selektion aller Arten und somit der eigenen. Nein, Erholung ist nicht das Bedienen lassen, Essen, Trinken, Baden und Shoppen. Erholung bietet einzig die Bildung, auch, und vielleicht gerade, beim Reisen. Denn beim Reisen können wir alle die Auswirkungen unseres Handelns erkennen. Das hinterfragende Reisen passt in das Evolutions-H.

Hinterlasse einen Kommentar