20240716: „Mit Unterdrückern kommen Menschen psychisch besser zurecht, wenn sie sich mit ihnen identifizieren.“

Zitat aus „Die Welt“ vom 16.07.2024:

https://www.welt.de/debatte/kommentare/plus252461728/Ostdeutschlands-Beziehung-zu-Russland-Das-kurze-Gedaechtnis-der-Ostdeutschen.html

Was auch immer dieser Artgenosse an Berufsausbildungen genoss. Historiker muss ne Ente sein. Erkunden und Erforschen scheinen bei ihm dem gläubigen Folgen erlegen zu sein.

Wenn sein Zitat auf die Ostdeutschen zuträfe, hätte es 1989/1990 keine friedliche Revolution auf dem Gebiet der DDR gegeben. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Aber wir wollen dem Herrn ja gerne helfen.

Kaum ein Ossi mag Wladimir Putin. Er ist Handlungsbeauftragter einer Oligarchie und somit nur minimal anders als Handlungsbeauftragte einer Monarchie. Unmenschlich sind beide Seiten.

Der Ostdeutsche entsendet aber weder für die einen, noch für die anderen seine Kinder in den Krieg, den andere verbockten. Auch hat er gelernt, dass Kriege noch nie zu einer nachhaltigen Lösung führten. Auch hat er gelernt, dass es unmenschlich ist, dass Unschuldige ihr Leben für die immer gleichen Schuldigen, weil Bildungsbedürftigen, lassen müssen. Der Ostdeutsche weiß, dass derartig friedliche Revolutionen wie die von 1989/1990 nur unter nahezu gleichen Lebensbedingungen aller stattfinden können. Der Ossi hat verstanden, dass die Deutsche Einheit auf ihre Kosten zustande kam. Die DDR-Betriebe lagen großflächig im Herzen der Städte, die für 1 Mark an westdeutsche Unternehmen gingen und heute mit Millionen, manche mit Milliarden Euro Wert in den Büchern dieser Unternehmen stehen und sie vermögend rechnen. Sie haben den Umstand, dass das gesamte Weltwirtschaftssystem auf Schulden, nicht auf redlicher Arbeit baut, mittlerweile verstanden. Sie haben verstanden, dass die DDR ein Unrechtsstaat gegenüber seinen Bürgern war, der Westen aber gegenüber der gesamten Südhalbkugel. Und dafür lässt ein Ossi nicht sein eigenes Leben in einem Krieg, noch opfert er das seiner Kinder. Und wenn die, die ihm diese Ungerechtigkeiten seit über 3 Jahrzehnten antun und als Freiheit verkaufen, nur weil man aus Parteien wählen kann, die alle den Gleichen huldigen, eine andere Partei als falsch anpreisen, dann wählt er genau diese. Das ist einfach der Zauberlehrling. Aber Herr Goethe, das „von“ war nur ein Geschenk und ist somit vernachlässigbar, spielt ja heute keine Rolle mehr. Da sollen die gläubigen, mitlaufenden Westdeutschen froh sein, dass es wieder auf diese friedliche Tour erfolgt. Wäre der Ossi so veranlagt, wie dieser selbsternannte Historiker in diesem Artikel beschreibt, würde ein anderer Weg gegangen. Da können wir alle froh sein. Warum ich mir einbilde, das zu wissen? Im Gegensatz zum Möchtegernhistoriker bin ich selber Ossi! Ich bin durch die Schule der Tyrannen gegangen, ich habe die Stumpfsinnigkeit von zurückgebliebenen Militärs erlebt, die einem ins Gesicht schreien, was man wann zu machen und wann man auf wen zu schießen hat. Ich hatte, wie die meisten Ossis, Stasi und Parteimitglieder um mich herum, aber auch ein davon „befreites“ Elternhaus. Ich hatte einen Großvater, der unserer ganzen Familie nach Zwangs-Mitgliedschaften in NSDAP und SED mit auf den Weg gab, uns niemals von einer Partei instrumentalisieren zu lassen. Ich las Bücher von Erich Maria Remarque, Victor Grossmann und Robert Merle, heute von und über Alexander und Wilhelm von Humboldt, Charles Darwin, Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller. Alle erarbeiteten, dass alles Übel dieser Erde vom Eigentum ausgeht und dieses die Menschheit sich selber ausrotten lassen wird. Der erste bis heute Bekannte, der diesen Gedanken geäußert haben soll: Platon! Dass es heute immer noch Menschen gibt, die für diesen menschlichen Suizid Kredite aufnehmen und damit auch noch Kriege finanzieren, also ihre Kinder in den Tod schicken, beweist, dass ein Parteienwahlsystem noch lange keine Demokratie darstellt, vor allem nicht, wenn Bildungsbedürftige Bildungsbedürftige wählen. Die friedliche Revolution in der DDR war nur möglich, weil wir Ossis, geprägt durch gleiche Lebensbedingungen, Liberale sind. Liberal bedeutet „Freiheit aller“. Und das wiederum schließt Kriege aus. Dem gegenüber stehen Traditionelle Reiche aus Adel und Religion, auch bekannt als Restauration und Konservativ oder auch als Wiener Kongress bzw. Bilderbergkonferenz. Und für diese ziehen selbständig Denkende nicht in den Krieg. Sachlicher Gedanken- und Meinungsaustausch, nur auf Naturwissenschaften beruhend, erhält unsere Art. Dazu gehören gerade der Earth Overshoot Day. Dieser beweist wieder eindrucksvoll den Suizid des Menschen durch traditionelle Reiche, Glauben statt Wissen und vor allem Kredite.

Dass dabei nun die AfD helfen soll, stelle ich mehr als in Frage. Aber diese Partei wird von allen, die uns Ossis seit mehr als 30 Jahren zum Narren halten, madig gemacht. Deren Wahlerfolge sind das Ergebnis aus arrogantem, menschenverachtendem Verhalten der letzten Jahrzehnte gegenüber Menschen, die einst ihre Peiniger friedlich in den Ruhestand entließen und für ein kurze Zeit das Heft des Handelns selbst in der Hand hielten. Das alles ist durch das heutige Establishment selbstverschuldet oder sogar gewünscht. Denn zufällig beziehen sich die Rufe aller sogenannten Rechten auf die Grenzen ehemaliger Großreiche mit Zeptern, Äpfeln und Kronen. Muss ein Zufall sein oder eine Verschwörungstheorie.

Westeuropa hat nichts, aber auch gar nichts aufzuweisen, was einen Krieg gegen dieses Gebiet sinnvoll erscheinen ließe. Sand und Bäume hat Russland selber. Rein wirtschaftlich gesehen, wird andersrum eher ein Schuh draus. Eine der verschwenderichsten Regionen der Welt mit nahezu überhaupt keinen Rohstoffen, muss angesichts BRICS-Plus und Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit langsam zusehen, ob es noch irgendwo als Partner angesehen wird, oder als bisherige Kolonialisten einfach mal ein Dankeschön durch Missachtung erfährt. Oder aber Europas Zukunft muss eben, wie schon oft von deutschen Politikern gesagt, irgendwo auf der Welt „verteidigt“ werden.

Eine Frage hätte ich: Durch welchen Akt verlor der Wiener Kongress eigentlich seinen Einfluss, wenn danach noch Südamerika und Afrika (1884 in Berlin trafen sich die gleichen Protagonisten, wie einst beim Wiener Kongress, zur wahllosen, brutalen und unmenschlichen, bis heute anhaltenden Grenzziehung zwischen Ethnien hindurch) und deren Bodenschätze wie Kuchen aufgeteilt wurden? Und nur noch kurz in Erinnerung gerufen:

1945: Weltkriegsende

1945: UN-Gründung in San Francisco mit Weltfrieden als Hauptaufgabe. Vetomächte des UN-Sicherheitsrates: Frankreich, England, Russland, China, USA. Darunter auch die 4 Siegermächte des 2. Weltkrieges

Mai 1949: Gründung der Bundesrepublik Deutschland

Oktober 1949: Gründung der DDR

Jahre danach: 3-maliges Angebot der Sowjetunion, gesamtdeutsche Wahlen abzuhalten. Einziges Kriterium: Neutralität ohne Zugehörigkeit zu einem Militärbündnis mit den USA. 3-malige Ablehnung durch die Bundesrepublik (UN-Sicherheitsratsmitglieder mit Vetorechten Frankreich, England, USA). Warum wollte man im Westen unbedingt die Teilung Deutschlands manifestieren? Diese unmenschliche Mauer mit Selbstschussanlagen und der Earth Overshoot Day wären uns höchstwahrscheinlich erspart geblieben.

1955: Beitritt West-Deutschlands zur NATO. Wie sollte und soll unter diesen Umständen durch die Vetomächte des UN-Sicherheitsrates Frankreich, England, Russland, USA und China ein weltweiter Frieden garantiert werden?

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