Neue Zürcher Zeitung: https://www.nzz.ch/feuilleton/afrika-braucht-keine-dekolonisierungsdiskurse-sagt-der-in-nigeria-geborene-professor-olufmi-taiwo-ld.1840758
Zitat daraus: Praktiken wie Kinderheirat oder religiöser Obskurantismus seien auf kein Kolonialerbe zurückzuführen: In «Against Decolonisation» rechnet Táíwò mit der Obsession ab, alles auf westliche Einflüsse zurückführen zu wollen.
Wir hier in Europa haben schon mal mit Streitäxten und Morgensternen aufeinander eingeschlagen, übergossen uns mit geschmolzenen Metallen, blendeten uns mit Feuer, stachen uns Augen aus, räderten und vierteilten uns, verbrannten uns bei lebendigen Leibern, kreuzigten, erhängten und köpften uns. Besonders produktiv in diesen Angelegenheiten war man übrigens im „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation“. Wir entwickelten uns weiter. Die 5 atlantischen Revolutionen beendeten nicht nur das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, sondern eröffnete einen bis heute andauernden offenen Diskurs zwischen Restauration (Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation) und Aufklärung (leider unterliegt die Aufklärung wieder). Was die atlantischen Revolutionen mit dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation zu tun haben? Einfach mal die Finanzierung der Kolonialisierungen seit 1492 hinterfragen. Da landet man immer wieder hier im Reich. Und 1884 dann die Berliner Kongokonferenz, auf der die Restauration, der europäische Hochadel und die Kirche, durch wahllose Grenzziehungen Afrika unter sich aufteilten. Der europäische „Fortschritt“ in Form einer neuen Religion und der Versklavung der durcheinander gewirbelten Ethnien blockiert die Bildung seitdem auf diesem Kontinent. Wie sollte sonst Afrika so weit in der Überwindung derartiger menschenverachtender Missstände hinterherhinken, wenn es doch als die Wiege der Menschheit gilt? Dann müsste Afrika doch am weitesten entwickelt sein. Die Entwicklung und die Bildung werden den Afrikanern seit der Kolonialisierung vorenthalten. Sie blieben im Umgang mit Menschen auf dem Niveau von 1884 stehen. Sie bekamen als „Gegenleistung“ Kirchen und Waffen. Das Zusammenspiel aus Bildungsbedarf, Glauben statt Wissen und Waffen führt zu eben diesen Zuständen, die wir in Afrika erleben. Und diese Menschen dann als Unterentwickelt bezeichnen und behandeln. Nein, nicht alle Verhaltensweisen sind auf den europäischen Kolonialismus zurückzuführen. Aber dass diese noch heute bestehen, ja!!! Ein Afrikaner sagte mir einmal, dass es ihm egal ist, wie er genannt wird. Er möchte fair behandelt werden. Ja, wir Europäer verbieten Wörter wie Neger und Negerkuss, aber machen mit diesen Menschen seit 1884 was wir wollen, wir behandeln sie wie Menschen zehnter Wahl. Wir vernichten durch Billigexporte deren Binnenmärkte in allen Branchen. Wir lassen sie ihre Umgebung zerstören für unseren Lebensstandard. Selbst unseren Müll exportieren wir dorthin. Die Umweltschäden sind aufgrund der natürlichen Prozesse, insbesondere des Wasserkreislaufes, überall auf der Welt zu spüren, mit Krankheiten und Tod als Folge. Spottbillige Kinderarbeit, spottbillige Tagelöhne, fehlende Krankenversicherung und Sozialsysteme, das Herausholen von Menschen aus ihren Dörfern und ihre Verschiffung nach Europa, Flüchtlinge genannt, überall auf der Welt zu Krankheiten und Tod führende Rohstoffabbauprozesse für den Welthandel, sind Zustände, die in der Gegenwart durch Statthalter abgesichert werden. Die Millionen, die wir in die angeblich unabhängigen, ehemaligen Kolonien stecken, sind kein rausgeworfenes Geld. Es sind Investitionen in weiterhin spottbillige Rohstoffverfügbarkeit der Europäer und ihrem Welthandel, ohne jede Verantwortlichkeit für Menschen, also ohne Ausgaben. Und Selbstverwaltung ist keine Unabhängigkeit, wenn die Statthalter im Auftrag und im Eigentum der einstigen Kolonialisten agieren. Und wer diese Missstände beseitigen will, kommt an der Kolonialisierung nicht vorbei. Sie ist aufgrund ihrer barbarischen Evolutionsblockade auf dem afrikanischen Kontinent die Ursache für die dort heute herrschenden Zustände.
Naturwissenschaftlich: In Mali z.B. türmen sich Millionen Kubikmeter Halde aus der Uranerzgewinnung. Die so verstrahlten Bestandteile gelangen über den irdischen Wasserkreislauf, der weltweit im Zusammenhang steht, in die Luft, den Niederschlag, den Boden, die Pflanzen, die Tiere, einfach in alle Arten, in alles Leben auf dieser Erde. Und wem gehören diese Uranerzvorkommen? Wer streicht Millionen Dollar und Euro auf der Grundlage dieser Verbrechen ein? Und wie sind diese Eigentümer in den Besitz dieser Vorkommen gekommen? Kolonialismus!! Wir alle brauchen eine Dekolonisierung, weltweit! Nicht nur Afrika.
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