Wer im Büro arbeitet, soll erst ab 70 in Rente gehen dürfen. Weil er es bequemer hat als die körperlich Arbeitenden. Was für eine Diskussion! Wenn wir in einer Leistungsgesellschaft arbeiten, die viele Bürojobs höher bezahlt als körperliche Arbeit, dann heißt es doch, dass Büroarbeit wertschaffender ist. Das heißt darüber hinaus, dass höher bewertete Arbeit nicht so anstrengend ist? Dann sollten wir an der Bezahlung vieler Berufsgruppen etwas ändern. Denn das beweist, dass die unterschiedliche Vergütung je Stunde Lebenszeit gegen Menschenrecht verstößt. Ich bin dafür, dass jeder von uns für jede in Arbeit hergeschenkte Zeiteinheit den gleichen Geldwert erhalten muss. Somit erübrigen sich auch unterschiedliche Währungen, die durch wahllose Umrechnungskurse uns Menschen unterschiedlichen Wertigkeiten zuordnen. Solange wir das nicht kapieren, sollten wir wenigstens Ursachen und Wirkungen höherer Einnahmen, egal woraus, betrachten. Jeder zahlt auf alle Einnahmen aus Arbeit, Vermietung, Aktien, Tantiemen aller Art, Vermögenszuwächsen etc. ohne jegliche Beitragsbemessungsgrenze 3% oder 5% ein, und schon reicht der Topf, jedem eine angemessene, gleich hohe Rente auszuzahlen. Ja, gleichhoch! Wenigstens in der Rente sollten doch Menschen nicht unterschiedlichen Werteklassen zugeordnet werden.
Seit Jahrzehnten ist es doch bekannt, dass physische und geistige Tätigkeiten sich nur in den Hauptabnutzungsregionen im menschlichen Körper unterscheiden. Gesundheitsschädigend wirken sie bei jedem Arbeitenden. Welche Gelenke, Nerven, Sinnesorgane, Muskeln etc. auch immer. Aus den Tätigkeiten kann ich keine Arbeitszeitdauer berechnen. Da ich in meiner beruflichen Laufbahn sowohl im industriellen Dreischichtsystem als auch im Büro tätig war spreche ich dabei auch aus einigermaßen Berufserfahrung. In der Industrie versaute ich mir meine Schleimhäute, wo auch immer sie sich in mir befinden wollen, in der Nassgleitschleiferei und meine Ohren in der Stanze, Letzteres als Qualitätskontrolle. Im Büro bekam ich in meiner Tätigkeit als Controller Knie- und Handgelenksarthrose, schlechte Augen, schwache Nerven durch Hierarchien-Hickhack und dicken Bauch. Konnte ich nach welcher Schicht auch immer noch mit Kolleginnen und/oder Kollegen den einen oder anderen Umweg auf dem Weg nach Hause einschlagen, schlafe ich heute bereits in der S-Bahn auf dem Weg nach Hause ein. Was soll also bitte diese Diskussion? Sollten wir nicht andere Fragen stellen? Z.B., warum höhere Einkommen mit einer Beitragsbemessungsgrenze nicht nach ihrer Wirkung auf die Verteuerung des Lebens aller in die Sozialsysteme einzahlen. Die Beitragsbemessungsgrenze ist Betrug im Interesse Besserverdienender oder Vermögender, auch durch Erbschaft und nicht durch Arbeit Vermögender. Gerecht ist, wie oben beschrieben, jede Form der Einnahmen bzw. von Vermögenswertzuwächsen ohne jede Beitragsbemessungsgrenze mit dem für alle gleichen Prozentsatz zu belegen. Scheitert am System? Das entscheiden noch die Wählenden. Augen auf vor den Wahlen, alle Sinnesorgane geschärft. „Wählen nach Presse, Funk und Fernsehen“, erhält die ungerechten Beitragsbemessungsgrenzen, die ganz alleine für den Kollaps unseres fairen, aus Umlagen finanzierten, Rentensystems verantwortlich sind. Die ersten 20 Jahre bin ich Nutznießer, 40 Jahre lang zahle ich ein, im Alter könnten noch einmal 20 Jahre Nutznießerei kommen. Was ist daran falsch? Es müssen nur alle mitmachen. Denn jeder profitiert doch auch in der Arbeitsphase von allen anderen. Gut, Militär und Armee mal ausgenommen – siehe alle Beiträge hier zum GAB, dem Größten Anzunehmenden Bildungsbedarf.
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