20240731: Aufklärung verbrennen, Restauration kultivieren

Bücherverbrennung 1933 Deutschland: Werke der Aufklärung, die in allen kolonialen Strukturen weltweit die Ursache für Versklavung und Kriege erkannten, fielen den Flammen zum Opfer. Dabei bezogen sich einige nicht nur auf die brutale Kolonialisierung der Welt seit 1492, sondern bereits auf Kolonialisierung allgemein.
Kolonie kommt vom lateinischen Wort „colōnia“ und bedeutet „Siedlung“ oder „Niederlassung“. Dies wiederum ist im Zusammenhang mit „colere“ für „bebauen, pflegen“ zu sehen. Also eigentlich ein normaler Vorgang. Verheerend für das Leben auf diesem Planeten wird es, wenn die Besiedlung, Bebauung und Pflege derart in natürliche Prozesse eingreifen, dass diese Prozesse zum Erliegen kommen. Nehmen wir mal als Beispiel irgendein Gebiet, in dem es derart üppiges Grün gibt, dass es über Millionen von Jahren zum Lebensraum unvorstellbar vieler Arten wird. Die Menschen, die dort leben, entwickelten sich dem Umfeld entsprechend und passten sich in ihren Eigenschaften optimal ihrem Umfeld an. Die Immunsysteme hatten sich über Jahrhunderte und Jahrtausende an die Umgebungen angepasst, Krankheitserreger waren also für die Immunsysteme bekannt. Rohstoffe zum Leben kamen aus dem Umfeld. Nachhaltigkeit war schnell als Notwendigkeit zum Überleben erkannt. Die wichtigsten Dinge des Lebens, wie Wohnen und Nahrung, waren Gemeinschaftseigentum. Aufgrund polytheistischen Glaubens herrschte Machtverteilung und somit zumindest eine Abwägung verschiedener Ansichten und ihrer Wirkung. Glauben war somit temporär und ließ sich durch Aufklärung, also Wissen, anpassen. So war es überall. Aber irgendwo auf der Erde wandelte sich diese Art des Zusammenlebens zum monotheistischen Glauben. Dieser brachte zentralisierte Machtausübung, die sehr bald zu ausufernden Macht- und Reichtumsansprüchen führte und schließlich zum Ewigkeitszustand für Machterhalt Einzelner verkam. Der Beginn des verschwenderischen Raubbaus an der gesamten Natur, inkl. Menschen. Alles musste nun im Privateigentum sein. Andere Meinungen wurden nicht mehr, wie unter polytheistischem Glauben, diskutiert, sondern gewaltsam bekämpft. Der wahrscheinliche Entstehungszeitpunkt der heute noch wirkenden Rüstungs- und Tötungsspirale.
Die Machtgier trieb die Monotheisten um die Welt. Dank monotheistischen, antiaufklärerischen Druckglaubens mit genügend Soldaten ausgestattet, erfolgte die Eroberung der ganzen Welt. Das monotheistische Glauben wurde als Zivilisation und Fortschritt überall in der Welt militärisch eingeführt. Der Raubbau an der gesamten Natur setzte ein. Alles wurde und wird von überall her nach Europa geschafft. Damit es finanzielle Gewinne abwirft, müssen Rohstoffgewinnung und Logistik billig sein. Der Beginn der bis heute anhaltenden Sklaverei. Diese und die gewinnmaximierende Monokultivierung der Kolonien führte dort zu Verarmung und Hunger. Damit es so bleibt, unterstützt das der monotheistische Glauben und verhindert die Aufklärung.
Dank des monotheistischen Glaubens sah sich der Mensch als Schöpfungskrone und außerhalb der Natur. Dieser Zustand hält noch heute an. Naturschutz wird nicht als ureigene Angelegenheit betrachtet, sondern als etwas vom und für den Menschen Unabhängiges. Die „Entstehung der Arten“ von Charles Darwin wird noch immer als Theorie bezeichnet. Aber Macht und Monotheismus unnatürlich vererben bzw. infiltrieren und natürliche Anpassung, die einzige Überlebensgarantie unserer Art, als Diktatur ab“kanzeln“. Das ist das Todesurteil unserer Art. Aufklärerisches muss vergessen/vernichtet werden, Restauratives in Form von Denkmälern (obwohl gar nicht gedacht wird) oder durch z.B. Straßennamen verklärt werden.

Die Kolonialisierung brachte überall die natürliche Anpassung aller Arten zum Erliegen. Die Immunsysteme der Arten konnten das nicht ausgleichen. Krankheiten führten plötzlich zu Massensterben. Artensterben nennen wir das heute. Und der Mensch, Bestandteil dieser Natur, ist dort nicht ausgenommen. Er ist eben keine Schöpfungskrone. Die Kolonialisierung und der Welthandel machen ein ausuferndes Gesundheitswesen notwendig, welches uns ausrottet statt erhält. Wir rotten uns selber aus. Für wenige Mächtige, auf der Grundlage antiaufklärerischen Glaubens.
Wer über die Ursachen des Beschriebenen aufklären möchte, kommt auf Listen, meist auf schwarze Listen.
Und hier schließt sich der Kreis zur Bücherverbrennung 1933 in Deutschland. Schwarze Listen wurden mit Autorennamen und Buchtiteln gefüllt, die sich mit eben diesen Ursachen und der Notwendigkeit der Loslösung von Vererbung von Macht und Eigentum beschäftigten. In wessen Interesse erfolgte dies wohl in einer Zeit der zumindest vordergründigen Entmachtung der Monarchien? Und wie wird flächendeckende Aufklärung bis heute verhindert? Würden wir alle in der Aufklärung, also der Bildung, das wichtigste Lebensziel sehen, gäbe es keine Kriege mehr, keine Armut, keinen Earth Overshoot Day.
Für die Befüllung der schwarzen Listen zur Bücherverbrennung meldeten einst Schulen und Universitäten sowie Zuträger, informelle Mitarbeiter und Buchgeschäfte auffällige „undeutsche“ Autoren und Bücher. Aus allen Kanälen und Kasten wurden diese Listen befüllt. Alleine in Berlin wurden 20.000 Bücher verbrannt. Aber auch in anderen Städten brannten Bücher, insgesamt an 18 deutschen Universitätsstandorten unter Federführung von NSDAP, Hitlerjugend, SA und Deutscher Studentenschaft. Wie bekommt man so viele Menschen dazu, wider den Verstand zu handeln, wider der Meinungsvielfalt und dem zum Überleben unserer Art notwendigen, sachlichen Diskurs? Wir haben es oben erarbeitet. Monotheismus und Monarchie! Diese versorgten uns auch mit Personenkult, der sich heute u.a. noch in Straßennamen findet. Derzeit wird über eine Dekolonisierung durch Umbenennung von Straßennamen diskutiert. Aber durch die Änderung von Straßennamen erfolgt keine Dekolonisierung. Durch das Verbot von Wörtern, wie z.B. Negerkuss, behandeln wir anders aussehende Menschen ja auch nicht fairer. Die deutsche Diskussion um „woke sein“, offenbart das hiesige Wirken von Monotheismus und Monarchie. Was soll immer diese Augenwischerei? „woke“, die Vergangenheit vom englischen „wake up“, bedeutet aufwachen, im Sinne von „erwachendes Bewusstsein“ für soziale Gerechtigkeit und Rassismus. In wessen Interesse wird also dieses Wort nun wieder verunglimpft und negativ belegt? So, wie das betriebswirtschaftlich notwendige Querdenken. Da heißt es nur ganzheitlich.
Diese Diskussionen und diese kleinkarierte Diskussion um Straßennamen zeigen uns, dass wir uns immer und immer wieder im Kleinen spalten lassen, statt hinterfragend die Zusammenhänge zu erkennen und die Jahrtausende alten Ursachen für Kriege sowie für die nun drohende Unbewohnbarkeit des Planeten Erde für uns Menschen zu beseitigen. Wer diese Frage im Interesse des Überlebens unserer Art beantwortet, braucht auch keine Personenkulte, auch nicht in Form von personalisierten Straßennamen. Alles ist vergänglich. Traditionen und Veteranenkulte um Menschen, die uns diesen ganzen Schlamassel einbrachten, wirken für unsere Art in einer ständig veränderten Natur nur tödlich. Die ganze Erde muss entkolonisiert werden. Aber vor allem in den Köpfen. Da hilft nur Bildung. Aber nicht über im Privatbesitz weniger Artgenossen befindlicher Medien. Nur grenzenloser, konfliktfreier, ehrlicher, fairer und naturwissenschaftlich sachlicher Gedankenaustausch sichert unserer Art das Überleben. Alles andere zerstört es.

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