20240919: Kapitalismus ist Totschlag

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article253253232/Vietnam-als-Vorbild-Wie-der-Kapitalismus-die-Menschen-aus-der-Armut-fuehrt.html

„Kapitalismus führt aus der Armut.“ Aber nur, wenn ich Glauben über Wissen stelle.

In einer in allen Prozessen zusammenhängenden Natur kann doch niemand in unnatürlichen Kriterien bessergestellt sein wollen, als andere, wenn er das Überleben seiner Art in den Mittelpunkt seines Handelns stellt. Möchte ich das Überleben meiner Art, also z.B. meiner Kinder, ermöglichen, kann ich doch nur in natürlichen Kriterien besser sein wollen, physisch (sexuelle Evolution durch natürliche Selektion) und gebildet (kulturelle Evolution durch natürliche Selektion). Selektion bedeutet nicht, dass einer den anderen gewaltsam zur Strecke bringt, sondern einfach in der Fortpflanzung unserer Art zum Zuge kommt. Da die Weibchen unserer Art nicht einfach so wie eine Bärin verfahren können (Abstoßen des befruchteten Ei), kommt den menschlichen Weibchen eine ganz besondere Rolle zu: Die Auswahl der Fortpflanzungspartner anhand der beiden o.g. Evolutionen. Nun wissen wir auch, warum die menschlichen Weibchen aus einer Rippe des Männchens entstanden sein sollen, manche Artgenossen einer Abtreibung kritisch gegenüberstehen, ja diese sogar strafrechtlich verfolgen bzw. gewaltsam bestrafen, die Weibchen unserer Art derart degradiert werden und die Naturwissenschaften selbst an „Naturwissenschaftlichen Bildungs- und Forschungseinrichtungen“ in der Rangordnung erst hinter den Kulturkreisen folgen.

Dem Kapitalismus liegt zugrunde, dass die Menschen nicht ganzheitlich und schon gar nicht selbständig denken. Deshalb ist das Glauben ein überlebenswichtiger Begleiter des Kapitalismus. Deswegen agiert die Restauration aus Adel und Religionen weltweit so, wie sie es tut: Jeden natürlich orientierten Fortschritt (Evolution durch natürliche Selektion) und jede Kritik als Anti… und dogmatisch abzustempeln. Dabei sind das die Wesenszüge des Kapitalismus selbst. Lebensfeindlich, an Altem festhaltend, also die Naturwissenschaften völlig ausblendend. Zusammen mit gläubigen Traditionen auch Restauration genannt. Oder konservativ. Oder national. Letzteres ein anderer Ausdruck für egoistisch. Wir kennen diese Restauration auch unter Wiener Kongress, Bilderbergkonferenz oder Weltwirtschaftsforum.

Ganzheitlich bedeutet Nachhaltigkeit. Und Nachhaltigkeit bedeutet Abschied von der stückkostenorientierten Effizienz ohne Effektivität. Stückkostenorientierte Effizienz ohne Effektivität jedoch ist die extrinsische Motivation des Kapitalismus. Mit Wohlstand kann das schon mal nichts zu tun haben. Wie soll es einen Wohlstand ohne Nachhaltigkeit geben? Im Kapitalismus wird alles dem Kapital unterworfen, sogar der Tod. Selbst das größte Mordinstrument der Welt, das Militär, ist kapitalistischen Zwängen unterworfen und lässt die Vermögenswerte (eine fiktive Größe wohlgemerkt) der Bildungsbedürftigsten unserer Art derart emporschnellen, dass allen anderen nur die Armut bleibt, der sie nur mit Krediten und damit Abhängigkeit, also täuschend, nicht nachhaltig, entkommen können.


Das Grundprinzip des Kapitalismus ist, mehr fiktiv bewertetes Vermögen zu haben als andere. Und da der, der mehr Vermögen hat, durch erhöhte Nachfrage den Preis für alles beeinflusst und zudem auf alles grenzen- und maßlos zugreifen kann, erzeugt er bei denen, die weniger Vermögen haben, Knappheit an allem, insbesondere an Nahrung und Lebensraum. Er erzeugt Armut. Armut ist das wirkungsvollste Produkt des Kapitalismus. Armut kennen wir sogar aus Deutschland. Hier leben ca. 2,2 Millionen Kinder in Armut. Die leben ja nicht alleine in Armut. Diese haben Familienangehörige. Geschwister, Eltern, Großeltern etc. Somit können wir von ca. 10 Millionen in Armut lebenden Menschen in Deutschland ausgehen. Was kennzeichnet Armut überhaupt? Die finanzielle Situation im Vergleich zu Vietnamesen, Afrikanern, Südamerikanern, also im Vergleich zu allen Kolonien alter, nach wie vor von Macht besessener, europäischer, immer wieder unrechtmäßig erworbenes Eigentum vererbender Stammbäume? Oder wenn Menschen von jeweils vor Ort wirkenden kulturellen und gesellschaftlichen Aktivitäten oder auch von naturwissenschaftlicher, ganzheitlicher und liberaler Bildung ausgeschlossen werden? Letzteres betrifft uns alle, wenn wir die Gegenwart, geprägt von Earth Overshoot Day und Kriegen, betrachten. Wir sind alle arm. Arm an naturwissenschaftlicher, ganzheitlicher, liberaler Bildung. Wir erkennen dadurch nicht die mörderischen Auswirkungen unseres Lebenswandels auf unsere ganze Art. Wir erkennen die mörderischen Auswirkungen des Kapitalismus nicht. Getrieben von einer kapitalistisch ausgerichteten Gesellschaft, von der Geburt bis zum Tod. Alle etablierten Parteien, allen voran die konservativen, die Nationalen, das BSW, die Freien Demokraten und auch die zynischer Weise grün genannten Grünen (das wirklich liberale Bündnis 90 wurde von Letzteren nach der deutschen Vereinigung geschluckt und damit unwirksam gemacht), haben unseren Wohlstandserhalt zum Ziel. Was ist denn Wohlstand? „Um mit Geld, was ich nicht habe (Vermögen, Kredite), das zu kaufen, was ich nicht brauche, um die zu beeindrucken, die ich nicht mag?“ Kurzes, knackiges Zitat von Volker Pispers. Ist Wohlstand also über meine Verhältnisse lebend das Leben meiner ganzen Art aufs Spiel setzen oder meiner ganzen Art die Fähigkeit zu verleihen, sich optimal, also natürlich, an die ständig veränderten Umweltbedingungen anpassen zu können? Naturwissenschaftlich gebildete Artgenossen kennen keine zwei Antworten. Bei 84% Religionszugehörigkeit unter uns Menschen verbleiben für diese Erkenntnis aber fatalerweise nur max. 16% von derzeit 8 Milliarden Menschen. Wie der Earth Overshoot Day beweist, zu wenige. Und für wen muss das gelten, wenn alle natürlichen Prozesse im Zusammenhang stehen? Alleine aus dieser Erkenntnis würden naturwissenschaftlich gebildete Artgenossen auch ableiten, dass die gegenwärtige Diskussion um eine Gesamtschule ebenfalls nur eine Antwort kennt. Spaltende Bildung führt zur Spaltung der Menschheit. Eine gespaltene Menschheit löscht sich in einer in allen Prozessen im Zusammenhang stehenden Natur selber aus. Alles seit Jahrhunderten bekannt und in den letzten Jahrzehnten hemmungslosen Kapitalismus anhand von Earth Overshoot Day und Kriegen bewiesen.

Der Earth Overshoot Day, der auf ein Jahr bezogene Tag, an dem der Mensch im Weltdurchschnitt alle natürlichen Regenerationsprozesse zum Erliegen bringt, lag 2024 am 01. August. 1990, um auf den Vietnamvergleich im o.g. Artikel zu kommen, am 11. Oktober. Der Earth Overshoot Day Vietnams lag 2024 am 14. August. Das bedeutet: Wenn alle Menschen so wirtschaften, wie die Vietnamesen, lebten wir alle ab dem 14. August derart über unsere Verhältnisse, dass unsere Art langsam aber sicher selbstverschuldet aussterben würde. Und das erzeugt jetzt gleich welchen und wessen Wohlstand? Ach übrigens: Deutschlands Earth Overshoot Day lag 2024 am 02. Mai! Im März hatten die Länder Qatar, Luxemburg, Vereinigte Arabische Emirate, die USA, Canada, Dänemark und Belgien ihren Earth Overshoot Day. Im März!!!! Lebten wir alle wie sie, gäbe es uns Menschen bereits nicht mehr. Und diese Länder bezeichnen sich als reich. Was für ein törichter und tödlicher Trugschluss. Und all diese Länder hätten ihren Earth Overshoot Day nicht so früh im Jahr, würden sie nicht für die Armut in Ländern wie Columbien, El Salvador, Cuba, Guatemala, Jamaica, Iraq, Ecuador und Indonesien verantwortlich sein, die ihren Earth Overshoot Day von Oktober bzw. November haben. Dass sie es sind, beweisen die Geschichtsbücher sowie die Finanz- und Rohstoffflüsse (inkl. der Ware Mensch) im Namen der kapitalistischen Globalisierung.

Wenn wir aufgrund naturwissenschaftlicher Bildung endlich das Überleben unserer Art als Wohlstand erkennen, erkennen wir auch, dass der Kapitalismus keinen Wohlstand erzeugt, sondern vernichtet. Er führt auch nicht aus der Armut, er verlagert sie nur. Da in der Natur alles im Zusammenhang steht, bleibt Armut also für jeden von uns, nur in unterschiedlicher, aber immer tödlicher Wirkung, erhalten.

Und noch eine weitere Konsequenz des Kapitalismus am Rande: Kapitalismus, das sollte allen Kreditnehmern, auch hierzulande, klar sein, treibt in finanzielle und wirtschaftliche Abhängigkeit und finanziert über Vermögen jede Form des Militärs, also aller Kriege. Mit Freiheit hat dies nichts zu tun. Zusammen mit dem oben beschriebenen Wirken des Kapitalismus kann dieser mit einem Wort umschrieben werden: Totschlag!

Totschlag ist die vorsätzliche Tötung eines Menschen. Vorsätzlich handelt ein Täter, wenn er wissentlich und willentlich vorgeht. Er weiß, was er tut, ist sich der Strafbarkeit seiner Handlung bewusst und will diese verwirklichen, indem er planmäßig vorgeht.

Wir müssen endlich alle aufhören in Nationen zu denken und unser Bildungsunwesen zu einem Bildungswesen umbauen. Dieser Artikel, er konnte nur in einer konservativen, nicht naturwissenschaftlichen Zeitung erscheinen, beweist dies eindringlich. Kapitalismus erzeugt keinen Wohlstand, er lässt keinen zu.

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