Diese Aussage eines Afrikaners während meines Studiums, ungefähr 1995, wird durch Forderungen von Artgenossen, andere Menschen mit dem eigenen Lebensstandard zwar nicht fair zu behandeln, dafür aber korrekt anzusprechen, bzw., wie in diesem Beispiel, Nahrungsmittel nicht nach Menschengruppen zu benennen, immer wieder in mein Gedächtnis zurückgerufen. Das geschieht allerdings bei mir auch, wenn es wieder Sehnsuchtsmeldungen nach den Zeiten gibt, in den Deutschland Exportweltmeister war. Wenn man als bodenschatzarme Region, gemessen am finanziellen Wert, Exportweltmeister ist, kommt da nicht jedem einigermaßen gebildeten Menschen die Frage, ob selbige Region dann nicht auch Importweltmeister, mindestens aber Importabhängiger sein muss? Und, ob dann bei gleichzeitiger Armut der Bodenschatzregionen in Afrika, Asien und Südamerika nicht zumindest eine Ungleichbehandlung in der Wertigkeit von Menschen vorliegen muss? Und wieso es sich bei diesen armen Bodenschatzregionen meist um europäische Kolonien handelt? Und wie es derartigen Exportweltmeistern gelingt, diese in Armut versetzten Bodenschatzregionen in diesem Zustand zu halten? Vielleicht, in dem es hin und wieder Zahlungen an die dort Herrschenden gibt, damit es da so bleibt? Z.B. Radwegefinanzierung oder Fördermittel? Ob es wegen dieser Ungleichbehandlung dazu führt, dass das Leben vor Ort unmöglich wird und deswegen Flüchtlingsströme entstehen, die beim Aufeinandertreffen unterschiedlicher, wirtschaftlich bedingter, Verhaltensweisen zu gegenseitigem Hass und Gewalttaten untereinander führen? Und dann aber fordern, dass diese Menschen irgendwohin remigriert werden, egal wohin, Hauptsache weg mit ihnen. Aus den Augen, aus dem Sinn. Aber nichts an den Bedingungen ändern, die aufgrund unseres Lebensstandards in deren Heimatländern für lebenswidrige Bedingungen sorgen. Das würde ja unseren Lebensstandard verringern. Was für eine Spirale Made in Europe aber auch Made in Germany. Die Forderungen nach Umbenennung von Speisen ist scheinheilig und aufgrund ihrer verblendenden, von den Ursachen ablenkenden Wirkung bösartig. Diese Forderungen offenbaren nur wieder eines: Den GAB – den Größten Anzunehmenden Bildungsbedarf. Wie in der Natur, stehen auch globalfinanzwirtschaftlich alle Prozesse im Zusammenhang. Hat einer mehr, hat ein anderer aus genau diesem Grund weniger. Der Reichtum des einen basiert immer auf der Armut aller anderen. Eigentum verpflichtet nicht, Eigentum vernichtet – unser aller Leben. Auch das der finanziell Reichen, in allen anderen Belangen, insbesondere an Bildung, gleichsam sehr Armen.
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