Mein Sohn soll einen Vortrag über den Zusammenhang von Globalisierung, Konkurrenz und Wohlstand halten. Das Ganze an einem selbsternannten, naturwissenschaftlichen Gymnasium. Na Hallo Julia: Warum gleich liegt der auf ein Jahr bezogene Earth Overshoot Day (Tag, an dem wir Menschen alle natürlichen Reproduktionsprozesse zum Erliegen bringen) aller sogenannten Demokratien in den ersten beiden Quartalen eines Jahres (von Deutschland z.B. im Mai), der der Kolonien und sogenannten Entwicklungsländer aber in den letzten beiden Quartalen? Ach, Mist, da müsste man so sensibel sein, sein eigenes Tun kritisch zu hinterfragen. Das will keiner. Schließlich ist es einfach, immer auf die anderen zu zeigen. Muss man nicht nachdenken und Wissen schaffen, sondern einfach nur glauben. „Lasst mich doch bloß mit der Politik in Ruhe. Ich interessiere mich nur für MEINES“, so die Meinung des geeichten, konservativ oder national wählenden Durchschnittseuropäers. „Ich will meinen Wohlstand erhalten!“
Was definieren wir Menschen als Wohlstand? Vermögend in einer Konsumgesellschaft leben, dafür aber infolge des Earth Overshoot Days selber krank sein bzw. massenweise Krankheiten oder gar Tod um einen herum „erleben“, oder rollende Panzer, die aus allen Rohren schießend, Familie, Freunde, Bekannte, Kollegen, die eigene Wohnung oder die anderer Artgenossen zerstörend durch mein Wohngebiet rasen, über mir fliegende und neben mir einschlagende Raketen und Bomben, das Verrecken der eigenen Kinder im Krieg? Oder in Gesundheit und Frieden zu leben, durch die Ausstattung der nachfolgenden Generation mit natürlichen Vorteilen das eigene Leben bereichern und verlängern?
Die Gegenwart mit Kriegen und Aktienkursgewinnen und Dividendenzahlungen in der Rüstungsindustrie verdeutlicht uns, was wir als Wohlstand ansehen? Das ist einfach nur Geisteskrank! Wir haben uns selber zu einer geisteskranken Art modifiziert, die sich im totalen Selbstzerstörungswahn, getrieben von religiösen und adelig-machtgeilen Traditionen, befindet.
Unter Globalisierung lassen wir uns weltweite Finanz- und Warengüterkreisläufe, also Kreisläufe ohne Berücksichtigung natürlicher Reproduktionsprozesse, als Fortschritt verkaufen. Wir fassen dies unter dem Begriff Wirtschaft zusammen. Die Handelnden, die Handlanger der Bilderbergkonferenz und ihres Davoser Werkzeugkoffers lassen wir uns als Wirtschaftsexperten zu Armut schaffenden Preisen verkaufen. Stellen wir uns eine Welt ohne diese … aus Religionen, Adel und Wirtschaft vor und eine ohne medizinisches Personal, Lehrende, Handwerker, Philosophen, Naturwissenschaftler, Feuerwehrleute, um nur einige Beispiele zu nennen: Welche würden wir am meisten vermissen? Richtig! Aber wem vertrauen wir die Weltpolitik an? Dass es sich auch bei diesen unnatürlichen Abläufen ebenfalls um Kreisläufe handelt, die in allen Prozessen in Zusammenhang stehen, blenden wir wider besseres Wissen aus. Vermögenssteigerungen der einen sind Armutssteigerungen aller anderen.
„Unser Wirtschaftssystem nennen wir Marktwirtschaft. Der Markt reguliert sich über Angebot und Nachfrage, die Bildung der Marktteilnehmer verhindert Überproduktion von unnötigen oder gar lebensfeindlichen Produkten und verhindert damit die unkontrollierte Verarbeitung von Rohstoffen. So die Theorie. Wie viele GLAUBEN, klappt das hervorragend. Wie einige wissen, klappt es eben überhaupt nicht.
Die Gewinnungsprozesse von Rohstoffen und die Auswirkungen von dabei billigsten Verfahren blenden wir schon mal aus. „Diese finden ja ganz woanders statt. Wir haben ja keine Rohstoffe. Das hat keine Auswirkungen auf uns.“ So die Mitläufer. Dass wir mit diesen billigsten Prozessen in der Rohstoffgewinnung den gesamten natürlichen Wasserkreislauf und darüber alles um uns herum vergiften, „sind Phantasien irgendwelcher Ökospinner“, urteilen die Mitläufer. Als Gegenbeweis soll noch einmal der Uranabbau herhalten: 0,1% des abgebauten Uranhaltigen Gesteins kann zu industriell verarbeitbarem Uran verarbeitet werden. Auch die im Abbau Beschäftigten müssen billig sein. Also verdienen sie nur ein paar Cent am Tag, etwa in Mali oder zukünftig in der Ukraine. Arbeitsschutzmaßnahmen würden den Preis zu sehr belasten. Der Rest des Gesteins, 99,9%, landet aus Kostengründen einfach auf herumliegenden Halden, auf denen sie dem natürlichen Wasserkreislauf direkt ausgesetzt sind. Über diesen gelangen sie aufgrund der natürlichen Kreisläufe überall hin auf der Erde, auch zu uns. In Pflanzen, Tiere, Böden, Wasser in allen Aggregatzuständen und eben auch in uns Menschen. Uran tötet uns bereits beim Uranerzabbau und dann in allen anderen Prozessschritten. Für Förderung und Entsorgung zahlt der Steuerzahler, die finanziellen Gewinne streichen die Energiekonzerne und ihre Investoren ein, die darüber ihr Vermögen rechnerisch vergrößern. Wir alle haben dafür „billigen“ Strom. Da wir Steuerzahler für Rohstoffgewinnung und Endprodukteentsorgung bezahlen, ist das eine Lüge. Zusammen mit den gesundheitlichen Folgen ist das die teuerste Form der Energieerzeugung. Aufgrund der Auswirkungen auf den natürlichen Wasserkreislauf und damit auf alle Arten, inkl. Menschen, hat dies aber nichts, überhaupt nichts mit Wohlstand zu tun. Für niemanden. Wohlstand anhand von Vermögen und Konsum zu bestimmen ist also grundfalsch. Hinzu kommt die Logistik z.B. per Schiff: Die kommerzielle Schifffahrt arbeitet mit Schiffslacken, die im Umkreis von ungefähr 5 cm rund um das Schiff alles Organische abtöten. Diese Lacke müssen regelmäßig erneuert werden, weil sie sich durch Wasser und Luft und anderen Abrieb eben ins Wasser absetzen. Somit sind die Bestandteile dieser Lacke Bestandteile des natürlichen Wasserkreislaufes. Wie gesagt, diese Lacke töten alles Organische ab. Nach meinem Wissen ist der Mensch organisch, oder? Denkt mal dran, wenn ihr euch fleischlich oder pflanzlich ernährt, wenn ihr irgendwas trinkt, wenn es regnet, schneit, wenn ihr baden geht.
Also Rohstoffabbau und Logistik unter Preisdruck sorgen bei uns Menschen für Krankheiten und letztlich für unseren unnatürlichen Tod. Dass dies die Umwandlung von Rohstoffen genau so betrifft, sollte hinlänglich bekannt sein. Die Stichworte steigender Kohlenstoffdioxid, weniger Bäume, kaum noch Moore sollen reichen. Bäume und andere Pflanzen wandeln Kohlenstoffdioxid in Sauerstoff um. Moore speichern über den Verschluss von Baum- und Pflanzenresten Kohlenstoffdioxid und sichern darüber das Überleben aller Arten, auch unserer eigenen. Bäume und Moore sind auf der Erde aber eher Auslaufmodelle.
Unser freiheitlich-demokratisches Wirtschaftssystem basiert auf Konkurrenz. Konkurrenz kann nur entstehen, wenn die Rohstoffe bereits gefördert, über die Weltmeere verschifft und zu Produkten umgewandelt sind. Konkurrenz verschärft also alle oben beschriebenen Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Konkurrenz erfordert die Vervielfachung aller Abläufe in Verwaltung und Produktion mit Büroausstattungen, Computer-Hardware und Maschinen. Konkurrenz vervielfacht die Logistik von Waren und Arbeitskräften. Das Ganze im Wettstreit über den Preis. Dies zwingt alle Marktteilnehmer zu geringsten Preisen, die maßgeblich durch Kosteneinsparungen für Rohstoffe, Arbeitsprozesse und Arbeitskräfte getriggert werden. Konkurrenz fördert also wieder die Vergiftung des natürlichen Wasserkreislaufes mit den o.b. Auswirkungen auf die Gesundheit aller Arten, auch unserer menschlichen, bis hin zum unnatürlichen Tod. Als Regularium dient der Verkaufspreis an den Endkunden aufgrund grenzenloser Kreditaufnahmen oder Abzahlungsmöglichkeiten nur noch bedingt. Billige Arbeitsprozesse drücken die Einkaufspreise eigentlich nur noch im Interesse der Gewinn- und damit Dividendenmaximierung der Investoren. Das Hauptregularium ist vielmehr der Zugriff auf Rohstoffe, der für alle Zeit billig sein muss. Darüber kommen wir zu friedlicher Koexistenz aller Menschen oder Krieg. Die Auswirkungsanalyse wirft also die Frage auf, wie wir Wohlstand definieren: Konsum, Vermögen, Krankheit, Tod vs. Gesundheit und Überleben. Bei unserer derzeitigen Globalisierungsstruktur lassen wir alle natürlichen Kreisläufe außen vor, vor allem den Wasserkreislauf der Erde. Alles was irgendwo, irgendwie diesem hinzugefügt wird, hat Auswirkungen auf alles in der Natur. Siehe Uran, Glyphosat, Schiffslacke, Kraftfahrzeuge. Wir sehen Wohlstand vor allem in Konsum und Vermögen. Darüber verschieben wir den Earth Overshoot Day immer weiter nach vorne bezogen auf ein Jahr und manifestieren unbegrenzten Konsum und Kriege für die Steigerung von Vermögen und Dividende.
Der Preisdruck in den globalisierten Warengüterprozessen, das erkannte bereits Alexander von Humboldt, führt zu Monokulturen in allen Kolonien. Denn Fließbandarbeit ist billig. Hinzu kam die Enteignung von Grund und Boden der einheimischen Bevölkerung durch die Kolonialisten. Dies führte und führt in allen Kolonien, also heute überall auf der Welt, dazu, dass sich kein Mensch mehr selbständig vollumfänglich ernähren bzw. kein Mensch mehr würdig leben konnte und kann. Der Preisdruck auf die Prozessschritte, vor allem der der Rohstoffgewinnung, führten und führen mit Monokulturen, Umweltzerstörung und Wasserkreislaufvergiftung zu Armut, Hunger und Abhängigkeit. Zur Aufrechterhaltung dieser Strukturen und zur Abwehr von Widerständen der Einheimischen durch z.B. Revolutionen, bedienen wir uns bis heute Statthaltern vor Ort und des Militärs. Zur Abstumpfung dem gegenüber lief eben gerade wieder ein Probealarm über alle möglichen medialen Kanäle.
Die wirtschaftliche Globalisierung von Waren- und Finanzgütern begründet sich auf der Kolonialisierung. Alle oben beschriebenen Auswirkungen verstärken sich durch Konkurrenz. Konkurrierende Globalisierung von Waren- und Finanzgütern verhindern, dass alle Menschen gleichwertig sind und gesund und in Frieden leben und essen können. Durch alle bis hierher beschriebene Folgen verhindert die Konkurrierende Globalisierung die Evolution durch natürliche Selektion bei allen Arten, auch bei uns Menschen. Sie verhindert die beste Entwicklung aller Arten. Solange wir Wohlstand über das Wachstum von Konsum und Vermögen, statt über Gesundheit und Frieden definieren, also unnatürliche Kreisläufe über die natürlichen priorisieren, erhöhen wir zunächst den Anteil derer von uns, die in Armut, Hunger und Krieg erleben müssen, ehe wir alle an den Folgen von Krieg und/oder Earth Overshoot Day eines unnatürlichen Todes sterben. Globalisierung und Konkurrenz stehen völlig konträr zur Nachhaltigkeit und somit zum Leben. Der Earth Overshoot Day, Armut und Hunger sowie jeder Krieg sind die Beweise.
Was globalisierte Finanz- und Warengüterströme bewirken, erleben wir gerade. BlackRock wettet auf fallende Kurse bis zur Rezession in den USA und gleichzeitig auf, vor allem durch das Militär getriebene, steigende Kurse in Europa. Und dann bald wieder andersrum. Aber immer mit Armuts- und Hungersteigerungen für die Mehrheit unserer Art. Konkurrierende Globalisierung als Antrieb für Wohlstand zu bezeichnen, ist die größte Lüge der letzten Jahrhunderte bis in die Gegenwart. Konkurrierende Globalisierung verhindert das Überleben unserer Art. Sie fördert die Modifizierung unserer Art zum größtmöglichen finanziellen Nutzen weniger unserer Art und verhindert damit die beste und nachhaltige Entwicklung unserer Art. Dabei genügt die einfache Kenntnis und das banale Verständnis des natürlichen Wasserkreislaufes, dass alles, was niedrige Preise in den Prozessketten dieses Wirtschaftssystems verlangt, alle Arten vergiftet und letztlich umbringt. Davon ist der Menschen nicht ausgenommen. Er bringt sich selber um.
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