20250916: Und nahezu täglich grüßt ein Virologe

Die Grundprinzipien des Kapitalismus sind unbegrenzte Verfügbarkeit von Rohstoffen und Produkten durch stetig steigende Produktivität in allen Prozessen der Rohstoffgewinnung und deren Umwandlung und die Gewinnmaximierung eines jeden dieser Prozesse. Nun ist es ein Einfaches, die dadurch billigsten und am wenigsten reglementierten und somit umweltschädlichsten Prozessschritte und deren geografische Lage zu identifizieren. Ich möchte dies noch einmal am Beispiel der Urangewinnung und der globalen Handelsschifffahrt verdeutlichen (siehe auch mein Buch „Oben ohne – Eine Intelligenz ohne Bildung“):

Nehmen wir mal die Atomenergie, Atomwaffen, Medizin und alle Branchen, in denen mit Uran gearbeitet wird. Ist es den Investoren, Aktionären, Management- und Belegschaftsmitarbeitern bewusst, dass alle Schritte der Uran-Prozesskette hoch giftig sind? Dass in Mali militärische Auseinandersetzungen nicht wegen der religiösen Auseinandersetzungen stattfinden, sondern wegen der Quelle des französischen und damit europäischen Urans für Energie- und Atomwaffenindustrie? Auch die Ukraine verfügt übrigens über Uranerzvorkommen. Hierzulande kaum vorhanden und zu gefährlich, verbunden mit zu vielen teuren Auflagen. Dort (Mali) bauen Menschen, von uns anderer, minderer Rassen zugeordnet, ohne Arbeitsschutz und Gewerkschaften, statt mit Gehalt mit Tagelohn vergütet, unseren Energie- und Waffenrohstoff ab. Dort liegen die gelben Sande, noch tausende Jahre strahlend herum und führen jährlich zu tausenden Verstümmelten und Toten durch Strahlenschäden. Ich habe mal gelesen, dass die Konzentration von Uranerz meist sehr niedrig ist. Daher müssen für die Gewinnung von Uran große Gesteinsmengen abgebaut werden. Bei einem durchschnittlichen Urangehalt des Gesteins von 0,1% sind 99,9% des Gesteins Abfall! Große Mengen radioaktiv und chemisch verseuchter Grubenabwässer werden in die nächstliegenden Flüsse und Seen gepumpt. Bei Stilllegung von Uranbergwerken werden diese einfach geflutet. Radioaktive und mit Schwermetallen verseuchte Grubenabwässer gelangen ins Grundwasser. Die weitere Aufbereitung des Urans, das „Milling”, findet meist in unmittelbarer Umgebung der Urangrube statt. Das Uranerz wird zu gelbem Pulver, dem „Yellowcake”, zermahlen. Während die Hälfte des im Gestein eingeschlossenen, gesundheitsgefährdenden Radongases schon beim Abbau freigesetzt wird, löst sich der Rest beim Mahlprozess. Das Edelgas Radon ist ein Produkt der natürlichen Uran- und Thorium-Zerfallsreihen. Für Radon-Belastungen ist in erster Linie Radon-222 verantwortlich. Die Radon-Konzentrationen in Deutschland liegen im Mittel bei 50 Becquerel/m³ in Wohnräumen. An Orten mit Uranerzabbau treten allerdings Spitzenwerte von 2.000 bis 3.000 Bq/m³, und vereinzelt sogar alarmierende Werte von 100.000 Bq/m³ auf. Deutlich erhöhte Lungenkrebsraten sind die Folge. Atommüll fällt bereits beim Uranabbau an. Für eine Tonne Brennelemente sind 133.000 Tonnen Uranerz nötig, wovon etwa 90 Prozent als strahlender Müll vor Ort auf Halden verbleibt und Flüsse, Grundwasser und letztlich die Menschen verseucht. Bis heute ist tonnenweise radioaktiver Atommüll angefallen, der sicher gelagert und zum Teil über eine Million Jahre von der Biosphäre abgeschirmt werden muss. Ein geeignetes Endlager dafür gibt es bis heute weltweit nicht. Tatsächlich war die Entsorgung von Atommüll ins Meer jahrzehntelange Praxis. Erst 1994 wurde die Verklappung von Feststoffen verboten. Staaten, darunter auch Deutschland, versenkten im Nordostatlantik etwa 115.000 Tonnen Atommüll. Auch im Ärmelkanal, vor der portugiesischen und der süditalienischen Küste, in der Adria und dem Tyrrhenischen Meer liegt Atommüll auf dem Grund. Die Fässer rosten, viele sind leck, Radioaktivität entweicht ins Meer. Im thüringischen Ronneburg wurde zu DDR-Zeiten Uran abgebaut. Die Halden gehörten zum Alltag. Krankheiten unter den Mitarbeitenden ebenso. Dafür erhielten sie Vergünstigungen in der Versorgung mit Wohnraum und Lebensmitteln. Mit der Einheit 1990 wurden diese schnellstens aufgrund der gesundheitlichen Schäden und der Kosten für Vergünstigungen beseitigt. Uranabbau ist in Europa als zu gefährlich eingestuft. In Mali nicht, oder was? Ein Europäer zählt mehr als ein Afrikaner, ja? Und sich dann aber über Flucht und Migration aufregen. Ein solches Verhalten ist eigentlich beleidigungsfähig.

Globale Handelsschifffahrt: „Im Meerwasser dauert es nur wenige Tage – schon ist aus der heißgeliebten Motoryacht ein künstliches Korallenriff geworden: Muscheln und Seepocken überwuchern den Schiffsrumpf und bremsen das Schiff bei seiner Fahrt. Gerade bei Containerschiffen ist das ein teures Problem, denn der Bewuchs erhöht den Treibstoffverbrauch. Die Kosten gehen Schätzungen zufolge jedes Jahr in die hunderte Millionen Euro.

Daher greifen Reedereien- und auch private Yachtbesitzer – zu Schiffsfarben mit Antifoulings, die vor Bewuchs schützen. Das sind nichts weiter als giftige Biozide, also Chemikalien, die alle Wasserorganismen in der Nähe des Schiffsrumpfs abtöten. Die Anstriche sind absichtlich so konzipiert, dass sie sich nach und nach abtragen – sie umgeben das Schiff mit einer hochgiftigen Schutzschicht, deren umweltgefährliche Substanzen folglich auch ins übrige Gewässer entweichen und sich im Sediment anreichern.“

Bedarf es in Kenntnis nur dieser zwei Beispiele noch irgendwelcher Arbeitsgruppen, um die Gesundheitsschäden auf alle Arten dieses Planeten aus der kapitalistischen Prozesskostenrechnung und Gewinnmaximierung abzuleiten? Alles, was Luft, Wasser und Erdreich ausgesetzt wird, gelangt in den natürlichen Wasserkreislauf und somit in alles, was uns umgibt. Alles, was wir über Atmungsorgane inkl. Haut atmen und alles, was wir essen und trinken ist durch die billigsten Arbeitsprozesse für die kapitalistischen Grundprinzipien vergiftet. Besonders tut sich auch die Landwirtschaft mit Viehexkrementen und Düngern mit Abtötung organischer Bestandteile der Natur hervor. Die Auswirkungen auf unsere Immun- und Nervensysteme sowie unsere Sinne betreffen somit nahezu alle Krankheiten und Verletzungen. Sie wirken sich auf unsere Konzentrationsfähigkeit genauso aus, wie auf Widerstandsfähigkeit und Robustheit. Die kapitalistischen Grundprinzipien verhindern überall auf der Welt die bestmögliche, gesunde Entwicklung aller Arten und tragen damit die Hauptverantwortung für Gesundheitsschäden aller Arten. Der Earth Overshoot Day lässt grüßen.

Somit sind nahezu alle Kosten für gesundheitliche Beeinträchtigungen aller Menschen, ganz leicht den Verursachern zuzuweisen. Jetzt wissen wir also, wer das eigentlich wäre. Die Unternehmen aller Branchen weltweit, ihre Eigentümer, ihre Investoren, Mitarbeiter und Kunden. Basta! Aber: Denkste! Bei besonders strittigen Themen scheinen uns immer wieder Virologen heim zu suchen. „Der CDU-Politiker Hendrik Streeck fordert eine Selbstbeteiligung von Patientinnen und Patienten, um Kosten im Gesundheitswesen zu senken. „Hier kann eine moderate, sozialverträgliche Selbstbeteiligung helfen, Bagatellbesuche zu reduzieren“, sagte der Gesundheitsexperte der „Rheinischen Post“.“ zitiert die Frankfurter Allgemeine dieses Mal diesen Virologen. Na danke auch!

Der total vergiftete, natürliche Wasserkreislauf betrifft uns alle. Dieses Wissen muss uns ausgetrieben werden. Sonst erkennen wir, dass die Kosten des Gesundheitswesens ihre Gewinne und Dividenden schmälern müsste. Daran arbeiten gerade die weltweiten Politiker, insbesondere die der sogenannten Wirtschaftsmächte. Sie können ja nicht wirtschaften. Sie verhindern und verteufeln Nachhaltigkeit und verschleudern damit die Überlebenschancen aller Arten weltweit. Denn sie sind die finanziellen Nutznießer dieser alles vergiftenden, kapitalistischen Grundprinzipien. Dass sie von den Auswirkungen genauso betroffen sind, kapieren sie beim Sekt saufen auf ihren Yachten und in ihren Villen nicht. Wie oben beschrieben, sind wir es als Unternehmensinhaber, Investoren, Aktionären, und Kunden aber alle, die uns unsere Lebensgrundlage selber zerstören lassen, uns vergiften und gesundheitlich schädigen. Die Kosten dafür sind aus diesen Gründen Gemeinschaftssache und entsprechend der Verursachung von uns allen zu tragen. Für die gesundheitlichen Schäden infolge kolonialisierter und kapitalisierter Vorgänge und Prozesse sollten alleine die Verursacher und finanziellen Nutznießer der Kolonialisierung und Kapitalisierung aufkommen. Auch diese Verantwortung lässt sich ohne Arbeitskreis ermitteln. Das können die nicht leisten? Richtig! Und das ist der Beweis dafür, dass Grund, Boden, Luft, Wasser und Menschen niemals Eigentum sein können. Und auch nicht das Gesundheitswesen, sehr geehrter Herr Virologe Hendrik Streek. Was sie vorhaben, ist die Praxisgebühr. Was für eine tolle Idee! Die hat Tradition. Ups, da sind wir wieder bei rückwärts orientierten Sekten und Vereinigungen. Kein Unternehmer kann es sich leisten, derart losgelöst von der Gesamthaftigkeit zu agieren. Ich kann jetzt nicht sofort die von Ihnen als Virologe oder Politiker verursachten Schäden für uns Menschen einschätzen. Ich schätze sie aber als ausgeglichen sehr hoch ein.

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