20251018: Appell an alle Soldat:innen aller Dienstgrade und Länder

Schießt nicht aufeinander, schießt nicht auf uns, schießt auf niemanden! Legt die Waffen nieder und singt zusammen mit allen Zivilisten, überall auf der Welt, auf Straßen und Plätzen diese Lieder. Bis auch der letzte Kriegstreiber Pazifist oder im Ruhestand ist. Immer friedlich!!! Denn das Gegenteil wird gerade von uns gefordert. Aber wir verweigern uns jeder Gehorsamkeit. Denn wir sind freie Menschen und freie Menschen töten nicht. Sie wissen um die Dinge, lassen sich in Zeiten des Glaubens nicht instrumentalisieren und kommunizieren weltweit und friedlich!

Lied 1: Hannes Wader – Es ist an der Zeit

Weit in der Champagne im Mittsommergrün
Dort, wo zwischen Grabkreuzen Mohnblumen blühn
Da flüstern die Gräser und wiegen sich leicht im Wind
Der sanft über das Gräberfeld streicht

Auf deinem Kreuz finde ich „toter Soldat“
Deinen Namen nicht, nur Ziffern
Und jemand hat die Zahl 1916 gemalt
Und du warst nicht einmal neunzehn Jahre alt

Auch dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heut immer noch tun
Und du hast ihnen alles gegeben
Deine Kraft, deine Jugend, dein Leben

Hast du, toter Soldat mal ein Mädchen geliebt?
Sicher nicht, denn nur dort, wo es Frieden gibt
Können Zärtlichkeit und Vertrauen gedeihn
Warst Soldat, um zu sterben nicht um jung zu sein

Vielleicht dachtest du dir: „Ich falle schon bald“
Nehme mir mein Vergnügen wie es kommt, mit Gewalt
Dazu warst du entschlossen, hast dich aber dann
Vor dir selber geschämt und es doch nie getan

Ja, auch dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heut immer noch tun
Und du hast ihnen alles gegeben
Deine Kraft, deine Jugend, dein Leben

Soldat, gingst du gläubig und gern in den Tod?
Oder hast du, verzweifelt, verbittert, verroht
Deinen wirklichen Feind nicht erkannt bis zum Schluß?
Ich hoffe es traf dich ein sauberer Schuß

Oder hat ein Geschoß dir die Glieder zerfetzt?
Hast du nach deiner Mutter geschrien bis zuletzt?
Bist du auf deinen Beinstümpfen weitergerannt
Und dein Grab birgt es mehr als ein Bein, eine Hand?

Auch dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heut immer noch tun
Und du hast ihnen alles gegeben
Deine Kraft, deine Jugend, dein Leben

Es blieb nur das Kreuz als einzige Spur
Von deinem Leben doch hör meinen Schwur
Für den Frieden zu kämpfen und wachsam zu sein
Fällt die Menschheit noch einmal auf Lügen herein

Dann kann es geschehen, daß bald niemand mehr lebt
Niemand, der die Milliarden von Toten begräbt
Doch längst finden sich mehr und mehr Menschen bereit
Diesen Krieg zu verhindern, es ist an der Zeit

Ja, auch dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heut immer noch tun
Und du hast ihnen alles gegeben
Deine Kraft, deine Jugend, dein Leben

Lied 2: John Lennon- Imagine

Imagine there’s no heaven
It’s easy if you try
No hell below us
Above us, only sky

Imagine all the people
Livin‘ for today
Ah

Imagine there’s no countries
It isn’t hard to do
Nothing to kill or die for
And no religion, too

Imagine all the people
Livin‘ life in peace
You

You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will be as one

Imagine no possessions
I wonder if you can
No need for greed or hunger
A brotherhood of man

Imagine all the people
Sharing all the world
You

You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will live as one

Lied 3: Wolf Maahn – Deserteure

Vaterlandsliebe“ und „Bilder vom Feind“
Was verlangt Ihr von mir?
Loyalität für Junkies der Macht
Kriegt Ihr nicht von mir
Besser im Schoß von meinem süßen Schatz
Als ein Narr an der Front
Besser den Mut zur Feigheit
Als ein Fähnrich im Sand

Wir sind Deserteure
Wir sind Deserteure
Kein Land auf das ich schwöre
Wir sind Deserteure

Die roten Flecken auf meinem Hemd
Sind Wein und nicht Blut
Massenmorde und Inquisition
Machen mir keinen Mut
Ich schlafe mit eintausend Ideologien
Und bin darin Held
Ich lebe im Osten, im Westen –
Überall auf der Welt

Wir sind Deserteure
Wir sind Deserteure
Kein Land auf das ich schwöre
Wir sind Deserteure

Wir stoppen das Rad der Geschichte
Du und ich, Hand in Hand
Wir flüchten vor Fahnen und laufen über
Ins Niemandsland

Lied 4: Reinhard Mey – Nein, meine Söhne (Kinder) geb ich nicht!

Ich denk‘, ich schreib‘ euch besser schon beizeiten
Und sag‘ euch heute schon endgültig ab.
Ihr braucht nicht lange Listen auszubreiten,
Um zu sehen, daß ich auch zwei Söhne hab‘.
Ich lieb‘ die beiden, das will ich euch sagen,
Mehr als mein Leben, als mein Augenlicht,
Und die, die werden keine Waffen tragen,
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht!
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht!

Ich habe sie die Achtung vor dem Leben,
Vor jeder Kreatur als höchsten Wert,
Ich habe sie Erbarmen und Vergeben
Und wo immer es ging, lieben gelehrt.
Nun werdet ihr sie nicht mit Hass verderben,
Keine Ziele und keine Ehre, keine Pflicht
Sind‘s wert, dafür zu töten und zu sterben,
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht!
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht!

Ganz sicher nicht für euch hat ihre Mutter
Sie unter Schmerzen auf die Welt gebracht.
Nicht für euch und nicht als Kanonenfutter.
Nicht für euch hab‘ ich manche Fiebernacht
Verzweifelt an dem kleinen Bett gestanden,
Und kühlt‘ ein kleines glühendes Gesicht,
Bis wir in der Erschöpfung Ruhe fanden,
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht!
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht!

Sie werden nicht in Reih‘ und Glied marschieren
Nicht durchhalten, nicht kämpfen bis zuletzt,
Auf einem gottverlass‘nen Feld erfrieren,
Während ihr euch in weiche Kissen setzt.
Die Kinder schützen vor allen Gefahren
Ist doch meine verdammte Vaterpflicht,
Und das heißt auch, sie vor euch zu bewahren!
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht!
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht!

Ich werde sie den Ungehorsam lehren,
Den Widerstand und die Unbeugsamkeit,
Gegen jeden Befehl aufzubegehren
Und nicht zu buckeln vor der Obrigkeit.
Ich werd‘ sie lehr‘n, den eig‘nen Weg zu gehen,
Vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
Vor keinem als sich selber g‘radzustehen,
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht!
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht!

Und eher werde ich mit ihnen fliehen,
Als dass ihr sie zu euren Knechten macht,
Eher mit ihnen in die Fremde ziehen,
In Armut und wie Diebe in der Nacht.
Wir haben nur dies eine kurze Leben,
Ich schwör‘s und sag‘s euch g‘rade ins Gesicht,
Sie werden es für euren Wahn nicht geben,
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht!
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht!

(Anstelle der Söhne singt ruhig Kinder! Es betrifft uns alle!)

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