Wie konterkarierend, rückständig und einfallslos kann Politik sein? Lass statt marschierenden Militärcorps in Uniformen Schülerinnen und Schüler zu allen möglichen offiziellen Anlässen, Sport- und Kulturveranstaltungen, politischen Veranstaltungen etc. vor Publikum die Hymnen spielen und singen, dann empfinden sie Stolz, Verbundenheit und Gemeinsinn. Mache Hymnen zur Pflicht, erntest du Ablehnung, im schlimmsten Fall mit blindem Gehorsam, den Sargnagel einer jeden Gemeinschaft. Seit Jahrhunderten bekannt, von Monarchien und anderen Diktaturarten sowie vom Militär eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Aber über den 1983 vergebenen Milliardenkredit Bayerns an die DDR bewies ja jenes beste Bundesland der Welt bereits seine Verbundenheit mit Diktaturen. Da kann man ja auch schon 37 Jahre nach Überwindung ideologischer Doktrin auf deutschem Boden die gleichen, alten Wege gehen. Hut ab! Es ist nicht mehr weit bis zur Prozession in Marschformation in Einheitskleidung, Fanfaren und Meldung an Gruppen- und Zugführer sowie vormilitärischer Ausbildung. Denn nur so lassen sich Gehorsam- und Folgsamkeit ohne selbständiges Denken, die Basis der Kriegstüchtigkeit, in Kinder- und Jugendhirne pressen. Diese politische Anmaßung zur Gesinnungsverpflichtung Minderjähriger und Heranwachsender offenbart die religiöse und/oder ideologische Einfältigkeit dieser Schar bayerischer Diederich Heßlings. Intrinsische Motivation wurde noch nie über eine Verpflichtung erreicht. Diese Hymnenpflicht erreicht das ganze Gegenteil des eigentlichen Zwecks, Ehrlichkeit, Sachlichkeit und Wertschätzung gegenüber allen Menschen zu Grundprinzipien unseres Gemeinwesens zu erheben. Diese Hymnenpflicht macht da weiter, wo Ideologien und Religionen bereits meisterlich wirkten und wirken: in der Manipulation und Instrumentalisierung. Diese Hymnenpflicht offenbart den Charakter der bayerischen Hofgesellschaft: Nichts dazulernen, einfach Jahrhunderte alte Riten im majestätischen Gehorsam pflegen. Über ein solches unterwürfiges Verhalten lässt die bayerische Politik die Inhalte aufklärerischer Hymnen zu leeren Phrasen verkommen. Denn sie wissen nicht, was sie tun!
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